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Diagnose eines Eisenmangels

Das Gespräch mit dem Hausarzt ist Voraussetzung für die Diagnose eines Eisenmangels, denn nur ein Arzt kann die Erkrankung sicher diagnostizieren. Bei diesem Gespräch sollten Sie Ihre Symptome gegenüber dem Arzt benennen. Die Symptome geben bereits erste Hinweise darauf, ob ein Eisenmangel als Ursache in Betracht gezogen werden kann.

Die Anamnese – Grundlage für die Diagnose

Darüber hinaus stellt der Arzt beim ersten Gespräch eine ausführliche Anamnese zusammen (Krankengeschichte), die zum einen die jeweiligen Lebens- und Essgewohnheiten, aber auch Vorerkrankungen und die Medikamenteneinnahme umfasst. Denn für eine sichere Diagnose ist es wichtig, andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen, auszuschließen.

Der Bluttest – wichtigste Maßnahme in der Diagnosestellung

Bei Verdacht auf Eisenmangel ordnet der Arzt auf jeden Fall auch einen Bluttest an. Dabei wird nicht nur die Eisenkonzentration im Blut geprüft, sondern auch, ob der Hämoglobinwert zu niedrig ist und die roten Blutkörperchen vom Normalzustand abweichende Merkmale aufweisen (hinsichtlich Volumen und Hämoglobingehalt). Beides würde auf einen Eisenmangel oder eine Blutarmut hindeuten. Auf das Ergebnis des Bluttests stützt sich dann die abschließende Diagnosestellung.

Wenn die Blutwerte grenzwertig sind und noch kein definitiver Eisenmangel vorliegt, kann mittels einer Ernährungsumstellung (hin zu eisenreicherer Kost) einem ausgeprägten Eisenmangel vorgebeugt werden.

Vermuten Sie bei sich einen Eisenmangel? Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis und schildern Sie Ihre Symptome. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird gegebenenfalls einen Bluttest durchführen.

Eisenmangel oder Eisenmangelanämie?

Durch eine Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob eine Entleerung des Eisenspeichers (Ferritin) sowie eine verminderte Konzentration des roten „Blutfarbstoffs“ Hämoglobin (Hb-Wert) vorliegen. Eisenmangel ist auch im Labor häufig erst durch eine Kombination verschiedenster Biomarker eindeutig diagnostizierbar. Wird eine Eisenmangelanämie festgestellt (Blutarmut), dann ist dies das schwerste Stadium eines Eisenmangels.

Hämoglobinwert – wichtigstes Kriterium bei der Diagnosestellung

Bei der Blutuntersuchung im Labor wird zunächst der Hämoglobinwert bestimmt: die Menge des roten Blutfarbstoffes.
Wenn sie vermindert ist, liegt eine Anämie vor.

Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wird ebenfalls ermittelt: Sind es zu wenige, spricht das ebenfalls für eine Anämie. Auch andere Ursachen für eine Anämie müssen in Erwägung gezogen werden wie Vitamin B12 Mangel und Leukämie. Die natürlichste Ursache für die Anämie ist jedoch der Eisenmangel.

Welcher Hämoglobinwert ist normal?

Der Großteil des Eisens findet sich im Blut, gebunden an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen (ca. 70 Prozent), ein kleinerer Teil wird vor allem in der Leber gespeichert (ca. 20 Prozent). Die Menge des Hämoglobins im Blut ist direkt messbar. Allerdings ist der Hämoglobinwert erst dann zu niedrig, wenn die Eisenspeicher geleert sind. In diesem Fall liegt dann ein akuter Eisenmangel vor, also eine Eisenmangelanämie. Als normal gilt bei Frauen ein Hämoglobinwert von <12g/dl, bei Männern sollte dieser bei <13g/dl liegen. Bei Schwangeren im 1. und 3. Trimester sollte der Hämoglobinwert bei <11g/dl liegen und im 2. Trimester bei 10,5g/d.

Normale Hämoglobinwerte

Frauen: <12g/dl
Männer: <13 g/dl
Schwangere 1.&3. Trimester: <11g/dl
Schwangere 2. Trimester: <10,5 g/dl

Fällt der Hb-Wert jeweils unter diese Normgrenze, liegt eine Blutarmut (Anämie) vor. Die Blutarmut kann auch mit einer unter dem Mikroskop sichtbaren Veränderung der roten Blutkörperchen einhergehen, weshalb deren Aussehen ebenfalls bewertet wird.

Ferritin-Konzentration und Entzündungswert

Eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der Eisenkonzentration im Blut kommt dem sogenannten Ferritin zu. Das Ferritin im Blutserum erlaubt konkrete Aussagen über die Eisenspeicherung im Organismus. Das Level kann hier schon als zu niedrig gemessen werden, wenn noch gar keine Eisenmangelanämie vorliegt. Es ist somit das erste Anzeichen eines Eisenmangels und deutlich sensibler als ein niedriger Hämoglobinwert. Für eine exakte Interpretation dieses wichtigen Messwertes ist allerdings auch die Feststellung der Höhe des Entzündungswertes erforderlich.

Da Eisenmangel die einzige Ursache für einen sehr niedrigen Ferritin-Wert darstellt, kann mit der Bestimmung des Ferritins im Blutserum ein Eisenmangel sicher diagnostiziert werden.

 

Weitere Parameter bei der Blutuntersuchung im Labor

Die Bestimmung des Hämoglobins und der Ferritin-Konzentration im Blut sind wichtige Kriterien für die Diagnosestellung. Daneben spielen weitere Parameter eine Rolle, welche die Diagnose Eisenmangel bestätigen: die Konzentration des löslichen Transferrin-Rezeptors, die Transferrin-Sättigung, die Retikulozyten-Zahl (unreife rote Blutkörperchen) sowie der CRP-Wert im Blut. Diese Parameter werden bei der Blutuntersuchung im Labor ebenfalls festgestellt, um einen Eisenmangel mit Sicherheit bestätigen zu können.

 

Zusätzliche Untersuchungen bei Eisenmangelverdacht

Wird bei der Blutuntersuchung eine Anämie festgestellt (zu wenig rote Blutkörperchen) kann eine gynäkologische oder eine gastrointestinale Abklärung (mit Magen-Darm-Spiegelung) erforderlich sein, um einen Blutverlust infolge eines Tumors ausschließen zu können.

Es gibt aber auch noch andere Anämie-Ursachen: Außer Tumoren können auch Vitaminmangelzustände (z. B. Vitamin B9 und B12), chronische Erkrankungen oder Blutbildungsstörungen im Rahmen einer Krebserkrankung die Ursache für eine Anämie sein. Diese Erkrankungen muss man ausschließen können, wenn eine sichere Diagnose eines Eisenmangels erstellt werden soll.

Eisenresorptionstest

Der Eisenresorptionstest wurde vor einigen Jahren noch standardmäßig gemacht, um eine Störung der Eisenaufnahme im Darm feststellen zu können, wenn sich trotz ausreichender Eisengabe die Eisenspeicher nicht mehr aufgefüllt haben. Heute wird der Eisenresorptionstest jedoch begrenzt eingesetzt, obwohl dieser im Einzelfall immer noch wertvolle Informationen liefern kann.

Abklären der Ursachen für einen Eisenmangel

Der Arzt untersucht, ob aktuell ein erhöhter Eisenbedarf besteht, ob vermehrt Eisen verlorengeht oder warum der Körper möglicherweise zu wenig Eisen aufnimmt.

Es ist es wichtig, die Ursache für einen Eisenmangel zu abzuklären, um die richtige Therapie einleiten zu können [s.o.]. Oftmals ist Eisenmangel die Folge einer unausgewogenen Ernährung mit zu geringer Aufnahme eisenhaltiger Nahrungsmittel. Kann eine Mangelernährung ausgeschlossen werden, muss nach anderen Ursachen gesucht werden.

Blutungen als Ursache für Eisenmangel

Da sich häufig ein Blutverlust hinter der Diagnose Eisenmangel versteckt, sollte zunächst eine Blutung als Ursache ausgeschlossen werden. Die Regelblutung kann bei einigen Frauen stark ausfallen und entsprechend monatlich einen großen Blutverlust zur Folge haben – man spricht dann von Hypermenorrhoe. Dies kann einen ausgeprägten Eisenmangel bis hin zur Anämie zur Folge haben, daneben kann es aber auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt geben.

Werden gastrointestinale Blutungen festgestellt, sollte man deshalb auch den Stuhl des Patienten untersuchen. Daran schließt sich in der Regel eine ausführliche Magen-Darm-Diagnostik mit einer Magen-Darm-Spiegelung an, um die Blutungsursache zu finden. In solchen Fällen weist eine diagnostizierte Eisenmangelanämie auf eine andere Erkrankung hin – im schlimmsten Fall auf einen Tumor, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich.

Fazit: Konsultieren Sie frühzeitig einen Arzt, wenn Sie aufgrund der Symptome einen Verdacht auf Eisenmangel haben oder wenn sie eine Blutung bei sich feststellen (zum Beispiel Blut im Stuhl). Nur der Arzt kann die Ursachen bestimmen und eine klare Diagnose stellen.

Code:
TAR-220721-DE

 

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